Cape Epic

Lightriders am Cape Epic in Südafrika

Es gilt als eines der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt: Die 16. Ausgabe des Cape Epic findet vom 17. bis 24. März 2019 in Südafrika statt. Lokale und internationale Mountainbiker gehen das anspruchsvolle achttägige Abenteuer durch die Western Cape Region an. Seite an Seite mit den weltbesten Mountainbikern bestreitet das Team Lightriders, angeführt von RIBAG CEO Andreas Richner, das Rennen. Die Route führt die Mountainbiker durch 700 Kilometer ungezähmte, unberührte Landschaft und über 15 000 Höhenmeter.

Begleiten Sie Andreas Richner auf seinem Abenteuer durch Südafrika. Ab dem 17. März veröffentlichen wir täglich Bild- und Textmaterial mit seinen Erlebnissen. Folgen können Sie ihm ebenfalls über Instagram:

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18.03.2019 / 111 km / 2700 Höhenmeter

„Am heutigen Renntag sind wir gut erholt aufgestanden, bereits sehr früh um 04:45 Uhr. Im Startblock B ging es um 07:15 Uhr los. In der ersten Stunde konnten wir am Spitzenplatz unserer Kategorie mitfahren. Im mittleren Teil mussten wir das Tempo etwas reduzieren. Da meinen Teamkollegen Marc auf den letzten Kilometern Krämpfe plagten, mussten wir eine kleine Pause einlegen und das Bike teils stossen. Wir sind froh, sind wir im Ziel angekommen und überrascht, dass wir in unserer Kategorie sogar einen Platz weiter nach vorne gerutscht sind. Am Nachmittag durften wir eine erholsame Massage geniessen und sind nun bereit für die morgige Etappe, die etwas kürzer ist, aber gleich viele Höhenmeter aufweist.“
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17.03.2019 / 21 km / 600 Höhenmeter

Das Team Lightriders konnte den ersten Renntag mit dem sehr guten 19. Rang abschliessen. „Trotz grosser Nervosität konnten wir unsere Kräfte gut einteilen und haben als Team harmoniert“, erzählt Andreas Richner. „Unser Ziel für den zweiten Tag ist es, unsere gute Platzierung zu verteidigen und zu halten“.
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Cape Epic
Cape Epic

„Den Schritt in das Unbekannte wagen“

Interview mit CEO Andreas Richner

Als ehemaliger Mountainbike-Leistungssportler und erfolgreicher Unternehmer weiss Andreas Richner, wie man Topleistungen erbringt. Im Interview erzählt der CEO der RIBAG Licht AG von seiner Vorbereitung auf sein Mountainbike-Rennen in Südafrika und wie es ist, wenn man sich auf unbekanntes Terrain wagt.


Vor über 20 Jahren warst du aktiver Mountainbike-Leistungssportler, jetzt suchst du nochmals den Kick in einem der  härtesten Mountainbike-Rennen der Welt. Wieso machst du das?
Aus dem Alltag auszubrechen hilft mir, das Unbekannte zu erfahren und dem Leben ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Es macht Spass, die Leistungsgrenzen des eigenen Körpers zu erkunden und an neuen Herausforderungen zu wachsen. Das Ausbalancieren von Beruf, Familie, Sport und Erholung ist dabei eine besonders anspruchsvolle Aufgabe, die es zu bewältigen gilt.

 

Um ein achttägiges Rennen zu bestehen muss sportlich einiges investiert werden. Worauf achtest du, wenn du Höchstleitungen erbringen willst?
Die richtige Vorbereitung ist elementar. Dies ist beim „Cape Epic“ gar nicht so einfach – es ist das erste Mal, dass ich teilnehme, ein „Kennenlernen“ so zu sagen. Ich weiss nicht wie ich auf die Distanz reagiere, das Wetter, die Belastung. Die Kunst bei der Vorbereitung liegt darin, mich auf das Unbekannte einzustellen – und auf Unvorhersehbares reagieren zu können. Dabei gehe ich Schritt für Schritt vor und stärke meine mentale Fokussierbarkeit.

 

Wie wichtig schätzt du die mentale Stärke ein?
Das ist das Allerwichtigste. Vor allem bei sehr lange andauernden Aktivitäten, wie dem achttägigen Etappenrennen in Südafrika, brauche ich mentale Stärke um die eigenen Grenzen zu überwinden. Diese Fokussetzung hat bereits in der Vorbereitung grossen Einfluss auf die Umwelt. Alle Sinne und alles „Tun“ richten sich danach. Während dem Rennen kann einiges anders verlaufen als geplant. Ich gehe alle möglichen Situationen durch und trainiere diese – körperlich wie auch mental.

 

Achtest du auch auf deine Ernährung?
Auf jeden Fall. Der Energiehaushalt muss mit dem geleisteten Training übereinstimmen. Dabei versuche ich möglichst hochwertige und gesunde Nahrung zu mir zu nehmen.


Wie sieht dein Trainingsplan aus?
Das Training folgt einem Aufbauplan und umfasst verschiedene Disziplinen wie Krafttraining, Indoor-Cycling, Mountainbiking, Joggen und Koordinationstraining. Dabei werden Gegebenheiten wie Dauer, Intensität, Gelände und Klima miteingebunden. Auf der sportlichen Ebene ist es wichtig, das eigene Limit zu kennen. Für einige ist das die Distanz, für andere die Geschwindigkeit, für wieder andere sind es die klimatischen Bedingungen. Wichtig ist auch das Training von unvorhersehbaren Situationen. So wird das Material ausgiebig getestet, das Mountainbike wie auch die Bekleidung, und ich simuliere Pannen. In Südafrika bin ich alleine mit meinem Teampartner, da gibt es keine fremde Hilfe vor Ort. Ich trainiere sozusagen die Improvisation, was ich mache, wenn nicht alles nach Plan läuft. Während dem Rennen müssen in solchen Situationen im inneren Dialog schnelle Lösungen gefunden werden. Auch der Umgang mit körperlichen Defiziten gilt es zu trainieren – was mache ich, wenn ich keine Energie mehr habe oder das Gefühl habe, die Strecke nicht zu Ende bringen zu können. Was, wenn ich stürze oder eine Panne habe? Damit ich jeweils ins Ziel komme trainiere ich mir unterschiedlichste Strategien an, mit welchen ich solche Situationen (hoffentlich) überwinden kann.

 

Bei so einem umfassenden Trainingsplan – hast du da noch Zeit für Erholung?
Die Erholung ist ebenso wichtig wie das konzentrierte, aktive Training. Genug Erholung zu haben ist aber auch die grösste Schwierigkeit, da ich neben dem Training ja noch andere Verpflichtungen habe. Manchmal reicht es nur für die Erholungsphase im Schlaf, was als Dauerzustand nicht geeignet wäre. Stretching und Dehnen gehören zum Training, genauso wie regelmässige Saunagänge, Dampfbäder und Massagen. Bewusste Ruhetage ohne Training gönne ich mir ebenfalls zum Kraft tanken.

 

Du hast bisher nicht nur als Sportler den Schritt ins Unbekannte gewagt, sondern überwindest auch als Unternehmer mit RIBAG immer wieder Grenzen. Lässt sich das Unternehmertum mit neuen Herausforderungen als Sportler vergleichen?
Der Unterschied ist gar nicht so gross. Am Anfang stehen ein Traum, die Entwicklung einer Vision, eine strategische Planung und schliesslich kommt die Ausführung. Ich stelle mir dabei einen sehr hohen Berg vor, den ich erklimmen will. Der beste Weg ist, Schritt für Schritt vorwärts zu gehen und dabei den Gipfel nie aus den Augen zu verlieren. Das Vertrauen, dass die eigenen Träume erreichbar sind, stärkt mich auf meinem Weg. Neben geeignetem Equipment braucht es Geduld, Durchhaltewillen und  ein geeignetes Team, das mir den Rücken stärkt und mich in meinen Fähigkeiten optimal ergänzt. Gutes gelingt nur mit einer soliden Vorbereitung, und Erfolg heisst, eine optimale Balance aller Elemente zu finden.

 

Woher nimmst du deine persönliche Motivation für neue Herausforderungen?
Herausforderungen brauche ich, damit ich mich wohlfühle, dies schafft an sich schon Motivation. Sie wirken auf mich wie das Zusammenspiel von Licht und Schatten: Sie formen meinen Erfolg, zeigen aber auch Schwächen auf, die es zu beseitigen oder zu akzeptieren gilt.
Beim Sport motiviert mich die ständige Erkundung, wo die Leistungsfähigkeit des Körpers liegt, wie ich mich während einer Trainingsphase verbessern kann und wo die Grenzen der Belastbarkeit liegen. Bei der Arbeit motivieren mich vor allem geistige Herausforderungen. Auch hier stosse ich immer wieder an Grenzen, die es zu überwinden gilt. Der Reiz des Neuen übergreift beide Bereiche gleichermassen und motiviert mich immer wieder von neuem.

 

Was würdest du jemandem raten, der den Schritt ins „Unbekannte“ wagen will?
Habe keine Angst, lebe  deine Träume und verliere nie den Glauben an dich selbst und an deine Stärken.